Rückblick Osteopathie Kongress 2014 und Vorschau auf Kongress 2015

Im letzten Jahr fand vom 05. Dezember 2014 bis zum 07. Dezember 2014 das "11. Internationale und interdisziplinäre Symposium der Osteopathie" in Berlin statt, an welchem ich teilgenommen habe. Thema des Kongresses war "Fluida & Osteopathie". Leider war es nicht so inspirierend wie im Jahr zuvor, aber dennoch gab es einige sehr interessante und bewegende Vorträge, Kurse und Workshops.

Einige der Dozenten:

  • Univ.-Prof. Dr. med. Joachim Bauer (Neurobiologische Aspekte zwischenmenschlicher Erfahrungen)
  • Dr. med. Rainer-Chrisitan Klopp (seit 1992 als selbstständiges Forschungsinstitut unabhängig von der Charité)
  • Paolo Tozzi MSc Ost, DO, PT (IT) (Doktorat in Osteopathie und Posturolgie)
  • Dr. Brian P. Freemann PhD (AU) (zusätzliche Teilnahme am Kurs: Biodynamische Embryologie - Schlüssel zur Anatomie)
  • Prof. Dr. Frank Willard PhD, DO (Hons) (US) - der zur Zeit mit Abstand herausragenste internationale Dozent und Autor in der Verknüpfung aktueller, neuroendokriner, immunologischer, anatomischer und embryologischer Erkenntnisse mit der osteopatischen Lehre. Prof. Williard ist auch beim diesjährigen Kongress vertreten und wird zum Thema: "Entwicklung des Schädels eines Neugeborenen."



Wie Sie bereits wissen, arbeite ich immer noch mit dem staatlichen Kinderkrankenhaus Nr. 2 Namens Maria-Magdalena in St. Petersburg zusammen. Der Chefchirug des Krankenhauses - Prof. Dr. med. Ali G. Bairov, MD PhD (Ru) wurde für den Kongress in diesem Jahr eingeladen und wird dort einen Vortrag/Workshop zum Thema "Osteopathie in Pediatrie" halten. Ich begleite und assistiere ihm während des Kongresses.

Die Übersetzung seines Vortrages können Sie vorab hier lesen (Stark verkürzte Version). Sie werden sehen, dass viele Dinge aus dem Vortrag in einigen Teilen Europas "Neu" sind, obwohl es in anderen Ländern langjährige Erfahrungen dazu gibt.


Die ostheopathische Begleitung eines Kindes im Entwicklungsprozess

Prof. Dr.med. A.G. Bairov MD PhD (Chef Kinderchirurg des staatlichen Kinderkrankenhauses Nr.2 St. Petersburg

 

Die Einsetzung der ostheopatischen Prinzipien in der Behandlung und Begleitung eines Kindes während seines Entwicklungsprozesses gibt einen Schlüssel zu vielen Fragen in der gesamten pädiatrischen Praxis und erlaubt es, neue Antworten zu finden, in scheinbar bekannten Diagnosen.

Während unserer 25 jährigen, ostheopatischen Praxis haben wir ca. 2000 Kinder behandelt. 176 Kinder haben führende ostheopatische Techniken bei Ostheopathen stationär erhalten. Diese waren Patienten mit chirurgischen Erkrankungen der Urologie, destruktiven Pneumonien, traumatische Verletzungen des zentralen Nervensystems, Knochenbrüchen im Beckenbereich und Extremitäten.

Die restlichen Kinder wurden ambulant ostheopatisch behandelt, von diesen hatten 515 neurologische Beschädigungen (z.B. Zerebrale Paralyse, Hydrozephalie, Epilepsie, …).

Die Entwicklung eines Kindes wird begleitet mit dem Aufbau eines Systems, das Beziehungen zur Umwelt herstellt (mentale, psychische, intellektuelle und physischen Weiterentwicklung) und die Geburtstraumen oder angeborene Verletzungen/Fehler korrigiert.

Dieser Prozess wird dank einer Fähigkeit des Kindes zur Entwicklung und Selbstaufbau/-regeneration eingeleitet und dieser Prozess verlangt eine große Menge Energie. Diese Energie wird auf ein Versuch zur Korrektur der Fehler/Verletzungen so weit verbraucht, dass Mängel entstehen und keine Energie mehr zur Entwicklung des Kindes verfügbar ist.

Begünstigende Ursachen zu pathologischen Veränderungen der Kindesstruktur sind auch: primäre Schäden der Zentralen regulierenden Struktur (angeborene und erworbene Funktionsstörungen), Wechseln der normalen Achse der Entwicklungstruktur im Zusammenhang mit anderen Entwicklungsprozessen (genetische Erkrankungen, chemische Einflüsse auf das zentralregulierende Organ einiger pharmazeutischen Präparaten, Störungen in der Ernährung des Kindes, Pflege und Erziehung).

Die Behandlung sollte auf alle Ebenen und Niveaus stattfinden und die koordinierende Rolle übernimmt der Ostheopath.